Die letzten zwei Nächte waren wir in Neapel. Wir haben ja bereits zu Beginn unserer Reise eine Nacht in Neapel verbracht, bevor wir nach Procida/Ischia weitergereist sind. Damals waren wir von der Stadt leider nicht so beeindruckt, wollten ihr aber jetzt am Ende nochmals eine Chance geben.
Aber auch dieses Mal haben wir in Neapel nach den Stationen in malerischen Ortschaften entlang der Küste einen richtigen Kulturschock erlitten und es hat uns anfangs leider überhaupt nicht gefallen: es liegt überall Müll auf der Straße und auf Müllcontainern stapelt er sich auch. In der historischen Innenstadt sind die Wände (auch von Kirchen) mit Graffiti beschmiert. Und in der Fußgängerzone fahren dauernd Motorräder und Autos an dir vorbei und hupen dich an, damit du Platz machst. Zebrastreifen sind hier eher eine Empfehlung, werden aber grundsätzlich eher ignoriert, die Leute gehen umgekehrt einfach über die Straße, es ist eine richtige Chaos-City. 😅





Man muss dazu sagen, dass wir auch einige Themen mit unserer Unterkunft hatten: das erste Zimmer war aus unserer Sicht nicht bewohnbar (feuchte Wände), weshalb sie uns dann ein anderes angeboten haben. Am zweiten Tag hat dann die Schlüsselkarte das Zimmer nicht mehr geöffnet. Hat bestimmt auch zu unserer ‘Stimmung’ beigetragen 😅. Man muss unseren Hosts aber zugute halten, dass sie sehr freundlich und hilfsbereit waren und die Probleme zeitnah gelöst haben.


Den Freitag haben wir damit verbracht die historische Innenstadt zu erkunden. Neapel hat viele Kirchen zu bieten, vor allem der Dom ist riesig und zeigt, dass Neapel einmal eine sehr bedeutende Stadt gewesen sein muss. Unter dem Dom gibt es ebenfalls wieder eine beeindruckende Krypta (wenn auch nicht so toll wie in Amalfi und Salerno).





Relativ zentral in Neapel gibt es die “Krippengasse”, in der reihenweise Geschäfte sind, die Krippen und Figuren (alles eher religiös angehaucht) und aber auch generell Miniaturen für den eigenen Modell-/Krippen-/Landschaftsbau verkaufen. Dazu gehört auch Zubehör wie beispielsweise Stühle, Tische und Betten im Miniaturformat, Obstkörbchen, ein Wurstwaren-Verkaufsstand oder ein Holzhackblock. Michaela hat sich hier sehr wohl gefühlt und wir sind die Gasse sicher 5-6x entlang gegangen 😅. Natürlich haben wir auch ein paar Kleinigkeiten als Mitbringsel erstanden.



Man muss der Stadt aber auch die Chance geben, sich von ihrer ‘schönen’ Seite zu zeigen und wir haben tatsächlich ein paar nette Gassen/Plätze gefunden ☺️. Neapel ist eine sehr aktive Stadt (im Gegensatz zu den Tourismus Orten), es ist immer etwas los und es gibt eine sehr aktive Nachtszene.






Wir haben Freitagabend auch zwei Straßenkünstler gesehen. Eine sehr belebte Stadt, die auch manchmal positiv überrascht 😉. Die beschmierte Hausmauer am zweiten Video gehört hier wohl einfach dazu. 😅
Neapel wurde ursprünglich von den Griechen erbaut (Neapel – Neapolis – Neu Polis), dann kamen die Römer und danach ist irgendwann das Königreich Neapel entstanden. Von den Griechen wurde ein riesiges unterirdisches Aquädukt erschaffen, dass unter Neapel verläuft. Das Material aus dem Aquädukt wurde auch gleich als Baumaterial für die damaligen Häuser verwendet. Im Rahmen einer Führung haben wir uns einen kleinen Teil dieses unterirdischen Aquädukts angesehen. War schon sehr cool, Platzangst darf man nur keine haben. An manchen Stellen zwängt man sich quer durch den Tunnel, ich musste auch den Rucksack abnehmen und vor mich halten, sonst wäre sich das nicht ausgegangen. Das Aquädukt war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Verwendung – aufgrund eines Cholera-Ausbruchs wurde es dann geleert und die Verwendung eingestellt. Im. Zweiten Weltkrieg wurde das Aquädukt dann als Luftschutzbunker verwendet.




In Neapel haben wir auch unsere beste Pasta gegessen: selbstgemachte Fussili mit Neapolitan Ragú und einmal mit Genovese. Wir waren am ersten Abend im Restaurant ‘Tandem’ spontan Abendessen. Unser Kellner “Lucky” hat sich Zeit genommen und anhand von Beispielen die verschiedenen Nudelsorten erklärt. Wir sind dann am nächsten Tag zu Mittag gleich noch Mal hingegangen 🍝🤭.




Unseren letzten Tag sind wir etwas entspannter angegangen. Wir sind mit der U-Bahn zum spanischen Viertel gefahren. In der U-Bahn Station Toledo hat schon ein kleines Kunstwerk auf uns gewartet. Es gibt in mehreren U-Bahn Stationen Mosaike oder Bilder, die etwas von der tristen Ubahn ablenken. Die Galleria Umberto I ist auch ein imposantes Gebäude, das Geschäfte, Cafés etc. beherbergt.




Das spanische Viertel war für uns eher unspektakulär. Enge Gassen, viele Lokale, immer wieder Motorräder und Autos die sich an einem vorbei zwängen; wir haben deswegen nicht so viel Zeit dort verbracht.
Zum Abschluss haben wir uns zu Mittag noch eine Pizza geteilt, bevor wir uns dann auch schon auf den Weg zum Flughafen gemacht haben, wo wir nun warten auf unseren Flug.


Morgen machen wir noch eine letzten Eintrag mit ein paar weiteren kulinarischen Entdeckungen und ein paar Tipps, falls Mal jemand anderer an die Amalfiküste reisen möchte.